Vermeintlich gefährliche Hunde

Hunde mit Gefährlichkeitseinstufung – zu lebenslanger Haft verdammt?!? – Unsere Betrachtungen zu dem Thema

Hunde, und nicht die verantwortlichen Hundehalter, werden in der momentan geltenden Rechtslage bestraft. Es macht sich allerdings strafbar, wer:

  • einen gefährlichen Hund züchtet
  • mit gefährlichen Hunden handelt
  • ohne erforderlicher Genehmigung einen gefährlichen Hund hält

Die Tat ist mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bedroht. Gegenstände, auf die sich die Tat bezieht, können eingezogen werden (erweiterte Voraussetzungen der Einziehung) ist anzuwenden. Die Haltung eines Listenhundes benötigt eine Erlaubnis, die befristet werden kann, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Ausgefülltes Antragsformular, was unterschrieben ist,
  • Der Halter/Halterin muss mindestens 18 Jahre alt sein
  • Zuverlässigkeitsnachweis durch aktuelles Führungszeugnis,
  • Sachkundenachweis,
  • Nachweis, dass man eine fristgerechte Hundesteuer zahlen kann
  • Wesensprüfungsnachweis des Hundes durch anerkannte Leute mit Sachverständnis
  • Nachweis eines Tierarztes über die Markierung des Hundes (Identifizierung des Hundes mit einer geeigneten elektronisch lesbaren Marke durch Tierarzt),
  • Nachweis über den Abschluss einer Haftpflichtversicherung über mind. 500.000 €.

Das Problem

Viele wissen nicht, wie man mit einem Hund richtig umgehen soll und können ihn dem entsprechend nicht richtig erziehen. Oft ist es dann so, dass die Hunde andere Hunde oder sogar Kinder/andere Menschen verletzen.
Danach passiert das, was für die Tierschützer, den Hund (und hoffentlich auch bald für Sie) ein Drama wird., denn:
Die Hunde werden dem Besitzer weggenommen und danach in ein Tierheim gesteckt und „abgestempelt“.
Das bedeutet, dass sich die Steuern für diesen Hund auf mindestens 1000 Euro erhöhen.
Außerdem müssten die nächsten Besitzer einen Test machen, der beweist, dass der Besitzer geeignet ist sich um diesen als gefährlich eingestuften Hund zu kümmern. Die meisten Leute können sich diesen Hund dadurch nicht leisten oder sehen es einfach nicht ein, für einen „normalen“ Hund so hohe Steuern zu bezahlen. Aus diesem Grund muss der Hund alleine im Tierheim bleiben und wird dort mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auch sterben. Dem früheren Besitzer ist das allerdings oftmals egal und er wird sich häufig einfach einen neuen Hund kaufen und vielleicht wird auch dieser wieder im Tierheim landen. Und das alles nur, weil es dem Halter erlaubt ist sich immer wieder einen neuen Hund besorgen darf! Die oftmals falsch erzogenen oder verwahrlosten Hunde zahlen mit ihrem Leben / ihrem Schicksal dafür die Zeche.

Demgegenüber steht natürlich auch immer das Sicherheitsbedürfnis der Allgemeinheit! Natürlich wollen wir alle, dass wehrlose wie auch wehrhafte Menschen vor bissigen und gefährlichen Hunden geschützt werden. Aber langfristig müssen die Verursacher und Verantwortlichen endlich mal zur Verantwortung gezogen werden, um zu verhindern, dass weiterhin ursprünglich eigentlich unschuldige (schlecht oder falsch erzogene) Hunde im Tierheim vergammeln müssen. Das Internet ist voll von solchen Schicksalen!

Lösungsvorschläge

Man müsste das Gesetz so ändern, dass nur die Halter und nicht die Hund bestraft werden:
Zum Beispiel:

  • Der Halter müsste eine Bescheinigung bekommen, worauf steht, dass er keinen Hund mehr halten darf.
  • Der Halter muss einen Sachkundenachweis und den Hundeführerschein machen.
  • Der Hund müsste auf eine Pflegestelle kommen oder in ein kleines Tierheim, damit der Hund ordentlich trainiert werden kann!

Man sollte z.B. amtsseitig Listen mit Menschen führen, die keine Hunde mehr halten dürfen, und sie den Tierheimen und Züchtern frei stellen und prüfen, dass jeder Mensch, der einen Hund haben will, überhaupt einen Hund halten darf.

Wenn ein ,, gefährlicher“ Hund aus dem Tierheim an Leute mit Kampfhunderfahrung vermittelt werden kann und diese den Hund behalten und nachweisbar mit ihm klarkommen, denen könnte man eine kleine Steuerverringung geben, z.B. nach 1 Jahr.

Wenn Sie etwas gegen die »Kampfhunde«-Verordnungen tun möchten:

  • Wenden Sie sich an die Politiker und teilen Sie Ihre Meinung zu den »Kampfhunde«-Verordnungen mit. Die Innenminister der Bundesländer sind für den Inhalt der Verordnungen verantwortlich.
  • Schreiben Sie auch an die Landtagsabgeordneten, vorzugsweise an die Abgeordneten Ihres Wahlkreises. Denn diese wollen wiedergewählt werden – auch von Ihnen. Wenn genügend politischer Druck gemacht wird, werden die Hunde-Verordnungen möglicherweise geändert. Teilen Sie auch den lokalen Zeitungen Ihre Meinung mit.
  • Schließen Sie sich mit anderen Betroffenen oder Interessierten zusammen. Fragen Sie bei Ihrem lokalen Tierschutzverein oder z.B. bei örtlichen Hundeschulen nach. Dort finden Sie bestimmt weitere Unterstützung.
  • Jede Person, die »durch Rechtsvorschrift oder deren Anwendung in ihren Rechten verletzt zu sein oder in absehbarer Zeit verletzt zu werden« droht (§47 Verwaltungsgerichtsordnung), kann gegen die Verordnung klagen.

Lisa S. und Sarah W.

(Recherchen von Romy S., Marie B., Annika W. und Sarah B.)